das WebMagazin für den orientalischen Tanz

Ein Hauch von Orient auf Balkon und Terrasse

Ein Hauch von Orient

Wer dem orientalischen Tanz erst mal mit Haut und Haaren verfallen ist, fängt früher oder später auch an, sein Umfeld dieser Leidenschaft und dem neuen Lebensgefühl anzupassen. Ein Hauch von Orient zieht ein: Hier ein weinrotes Tischdeckchen mit Fransen und Pailetten, dort die türkischen Teegläser, im nächsten Zimmer ein Wandbild mit Pyramiden und Kamelkarawane im Vordergrund beleuchtet von einem hennabemalten geschnörkeltem Lämpchen.......

Auch einem Freiluftsitz, egal ob Balkon, Terasse oder Sitzplatz im Garten kann man durchaus auch ohne viel Aufwand ein orientalisches Flair verleihen. Die Mischung aus den richtigen Farben, der passenden Deko und einer geschickten Auswahl der Pflanzen machts.

Es ist nicht nötig, den gesamten Balkon oder die Terasse gleich neu zu streichen, oder die Möbel komplett auszutauschen. Bereits kleinere Accessoires reichen schon.
So lassen sich mit Mosaikfliesen (z.B. in blau-weiss oder gelb-orange-rot) schnöde Terrakottaübertöpfe in kleine Kunstwerke verwandeln, oder die Platte eines alten runden Holztisches stilecht aufmöbeln. Mit Flexkleber für draußen wird das ganze sogar in gewissem Maße winterfest. Die gleichen Fliesen lassen sich auch für die Verschönerung eines verschnörkelten Wandspiegels verwenden.
Wer etwas mutiger ist, verleiht alten Holzmöbeln mit Blattgold einen exotischen Hauch.
Tücher mit indischen Motiven können zu Tischdecken umfunktioniert werden.
Grosse, bunte Sitzkissen mit einem Baldachin darüber -der auch an einem höheren Baum angebracht werden kann-laden zum gemütlichen Zusammensitzen und klönen - vielleicht sogar bei einer Shisha- ein. Einfache bunte Baldachine gibt es für kleines Geld als Fliegenschutz in verschiedenen Farben inzwischen in jedem Baumarkt in der Gardinenabteilung.
Orientalische Laternen bestückt mit einer Kerze verbreiten am Abend stimmungsvolles Licht.
Wo der Platz für ein formales Wasserbecken oder einen Springbrunnen fehlt, bietet sich ein eckiger Planzkasten an, der mit einem Fliesenmosaik verziert und mit Papyrus bepflanzt wird.Papyrus findet man in allen gängigen Baumärkten und Gartencentern bei den Zimmerpflanzen. Papyrus steht gerne im Wasser, und verträgt den sommerlichen Aufenthalt im Freien ausgezeichnet. Ab dem Spätherbst muss er allerdings ins Haus.

Doch was wäre ein Freiluftsitz ohne Pflanzen? Es gibt durchaus orientalisch anmutende Pflanzen, die man hierzulande einfach in jedem Gartencenter oder Baumarkt besorgen kann, und die vor allem auch gut hier wachsen und gedeihen. Davon möchte ich euch einige vorstellen.
Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass diese Pflanzen speziell bei Kübelhaltung oftmals einen Winterschutz oder gar ein Winterquartier in Keller oder Haus benötigen, wenn man sie nicht jedes Jahr aufs neue kaufen möchte. Der Platzbedarf dieser Wintergäste sollte unbedingt vor dem Ankauf berücksichtigt werden. Einige der hier vorgestellten Pflanzen sind nur einjährig, und müssen jedes Jahr neu aus Samen gezogen oder als Jungpflanzen im Gartencenter oder Baumarkt besorgt werden.
In Kübeln und Kästen arrangiert oder direkt in einem Garteneckchen angepflanzt sorgen sie mit den passenden Accessoires dass "Tänzerin" auch bei schönem Wetter in ihr genehmer Athmosphäre entspannen, nähen, lesen, oder ihre nächste Unterrichtsstunde vorbereiten kann.

Hier eine kleine Auswahl von Pflanzen die typisches Orientflair verbreiten können, teilweise mit Bildlink. Diese Links werde ich nach und nach ergänzen. Bei den Bilderlinks, die auf dem Serverplatz von sahida.de hinterlegt sind, handelt es sich um Fotos aus meinem eigenen Garten, die meinem alleinigen Urheberrecht unterliegen.

-Mirabilis Jalapa, oder auch Wunderblume
http://www.sahida.de/garten/mirabilisjalapa.jpg

Türkeiurlauber kennen sie sicher, diese ziertabakähnliche Pflanze wächst dort nämlich quasi wie Unkraut munter in Strassengräben. Sie blüht ab Juni bis zum Frost. Ihren deutschen Namen verdankt sie der Tatsache, dass ihre Blüten oftmals verschiedenfarbig (an ein und derselben Pflanze), und teilweise auch gestreift oder getupft sind. Diese absolut unkomplizierte Pflanze gedeiht auch hierzulande sehr gut. Sie wird in Baumärkten und Gartencentern als möhrenähnliche Wurzel verkauft, gedeiht auch prima in Kübeln, und wird 80 bis 100 cm hoch und genau so breit. Ihre zart duftenden und leuchtenden Blüten öffnen sich ab dem späten Nachmittag, um sich darauffolgenden am Vormittag wieder zu schließen. Ideal für alle, die tagsüber berufstätig sind. Ab Herbst produzieren sie Dutzende handgranatenähnliche Samen. Eine Aussaat im Folgejahr lohnt sich. Zwar sind die Tochterpflanzen selten farbgleich zur Mutterpflanze, aber sie keimen sehr willig, so dass man immer Nachschub hat.Regelmäßige Düngergaben helfen, die Blühwilligkeit zu erhöhen. Für eher vergessliche Gärtner bieten sich hier auch Langzeitdünger an. Die Mirabilis kommt auch mit schattigeren Ecken sehr gut zurecht.
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-Solanum Jasminoides oftmals als fälschlicherweise "Jasmin" gekannt
Die hier eingebürgerte Bezeichnung "Jasmin" für diese stark duftende Kletterpflanze mit den kleinen zarten weissen Blüten ist eigentlich verkehrt, denn bei dem echten Jasmin handelt es sich um einen ausladenden Strauch mit überhängendem Wuchs, der ab Dezember mit leuchtend-gelben Blüten blüht.
Und doch wird Solanum Jasminoides oftmals unter dem Namen "Jasmin" verkauft. S.J. kann hierzulande platzsparend als Kletterpflanze an einem Wandspalier oder kleinem Obelisken gehalten werden, macht sich aber auch in einer Hängeampel sehr gut, und blüht den ganzen Sommer über an einem eher sonnigen Platz. Regelmäßige Düngegaben sind ein absolutes Muss. S.J. kann auch als Zimmerpflanze gehalten werden, und muss hell und warm überwintert werden. Doch Vorsicht: Gerade in geschlossenen Räumen kann der starke Duft bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen auslösen.
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-Lilien (Lilium)
http://www.sahida.de/garten/rosalilie.jpg
http://www.sahida.de/garten/gelbelilie.jpg
http://www.sahida.de/garten/orientalischelilie.jpg
Lilien waren schon im alten Ägypten bekannt. Einmal im Garten gepflanzt kommen sie jedes Jahr wieder, und werden dabei jedes Jahr üppiger und schöner. Auch als Kübelpflanzen verbreiten sie exotisches Flair, dies gilt besonders für die hohen und gut verzweigt wachsenden Türkenbundlilien (wie z.B. die Sorte "Stargazer"). Lilien wirken erst dann schön, wenn sie zu mehreren gepflanzt werden. Leider haben sie eine recht kurze Blütezeit, und damit sie Folgejahr wieder blühen, muss man sich mit dem Anblick der leeren Stengel entweder abfinden, oder zusehen, diese aus dem direkten Sichtfeld zu entfernen.Die Stengel dürfen erst geschnitten werden, wenn sie völlig vertrocknet sind. Und das kann leider dauern. Ein wenig verlängern kann man die Blütezeit durch verschiedene Pflanztiefen mit Unterschieden von mehreren Zentimetern. Geschützt an einer Wand stehend und mit Tannenzweigen abgedeckt überstehen Lilien auch im Kübel normale mäßig kalte Winter hierzulande
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-Gartenyucca (Yucca Filamentosa)
Die Gartenyucca ist ein palmenähnliches Gewächs, ältere Exemplare blühen an mannhohen Stielen mit hunterten weissen Blütenglöckchen. Sie liebt Trockenheit, braucht viel Sonne, kommt sehr gut im Kübel klar, und ist auch in unseren Breitengraden absolut winterhart. Vor allem aber verbreitet sie exotisches Flair.
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-Hibiskus
beeindruckt in Ländern des Orients durch einen hohen Wuchs mit gewaltigen meist roten Blüten. Es gibt inzwischen winterharte Sorten, die sich außerdem für die Kübelhaltung eignen, wo sie allerdings regelmäßig gewässert und gedüngt werden möchten.
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-Geranien (Pelargonien)
Geranien kennt wohl jeder, und auch in den orientalischen Ländern werden sie gerne gepflanzt. Geschickt kombiniert bringen sie die typischen rot-orangenen Farben des Orients in den eigenen Freiluftsitzt. Es gibt inzwischen sehr viele schöne Sorten, so dass diese als "Omablume" verschriene Pflanze durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Der Duft der Geranien vertreibt sogar Mücken, dies gilt auch für zitronig duftende Sorten, wie sie im Gartenfachhandel angeboten werden. Ein regelmäßiges Ausknipsen verblühter Blütenstände erhöht und erhält die Blühwilligkeit. Geranien können überwintert werden, es lohnt sich allerdings nur bei teuren Sorten.
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-Tagetes
Unter dem Namen "Studentenblume" kennt diese Dauerblüher wohl genau wie die Geranien jeder, und auch in den orientalischen Ländern stolpert man über sie an fast jeder Strassenecke. Tagetes gibt es in rot-, gelb,- und orangetönen. Es gibt sogar weisse Sorten, die apart nach Vanille duften und sehr gross werden können.
In älteren Gärten und Schrebergärten sieht man die typisch gelb-rot-braunen Tagetes sehr häufig wie Zinnsoldaten aufgereiht in den Beeten stehen, was ihr mancherorts den Namen "Spießerblümchen" einbrachte. Dabei sollen sie in diesen Gärten eigentlich bloss die Schnecken davon abhalten, sich am Salat zu vergreifen. Außerdem scheiden ihre Wurzeln einen Stoff aus, der Nematoden den Garaus macht, und wirken so dem Krüppelwuchs von Gemüse entgegen. Ganz und gar nicht spießig wirken diese Blümchen in bunten Topfarragements, in die Stecker mit Teelichtern gesteckt wurden. Allerdings ist der Geruch der orangefarbigen Sorten nicht jedermanns Sache.
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-Weihrauch
Schaut sehr gut als Beibepflanzung in Balkonkästen aus, wo er bei entsprechender Pflege lange Ranken bildet. Bereits die alten Ägypter benutzten Weihrauchharze für kultische Zwecke. Der Geruch hält Mücken fern.
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-Vanilleblume (Heliotropium)
Eine nicht so ganz typisch orientalische Pflanze, die jedoch einen sehr kräftigen, warmen Vanilleduft verbreitet, und so für ein wunderbares Flair sorgt. Vanilleblumen sind einjährig, eine Überwinterung kaum möglich.
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-Oleander (Nerinum Oleander)
Kennt sicher jeder Maroccourlauber. Hierzulande wird Oleander als Kübelpflanze gehalten, angeboten werden weisse sowie pinkfarbig blühende  Exemplare mit gefüllten oder ungefüllten Blüten. Oleander erreicht in geeigneten Kübeln eine Höhe von rund 2 Metern. Oleander lieben die Füsse im Wasser und den Kopf in der Sonne. Wasser im Untersetzer des Kübels sollte nicht ausgeschüttet werden. Jüngere Exemplare werden möglichst kühl (gerade so frostfrei) überwintert, ältere Exemplare überleben den Winter gut in Jute verpackt auch draußen an einer geschützten Wand. Ein Rückschnitt im Frühjahr würde die Blüte zerstören, deren Knospen bereits im Herbst angelegt werden. So schneidet man lediglich einzelne ältere, sowie erkrankte Triebe bei Bedarf bodennah ab.   

Wer Spass daran hat, und auch noch einen Nutzen von seinen Pflanzen haben möchte, kann dem Ganzen auch noch ein paar Tomatenpflanzen, Paprika, Auberginen oder Citrusbäumchen hinzufügen ohne den Hauch von Orient einzubüßen. Die ausgewählten Pflanzgefäße sollten jedoch optisch zusammenpassen und von der Grösse auf die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst werden.

Fragen zu diesem Thema beantworte ich sehr gerne.

Viel Spass beim planen, basteln, ausprobieren, pflanzen. Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Eure Sahida
Nachtrag: An die Besitzer von Balkon, Terasse oder Garten, bitte lasst mich wissen, ob dieser Artikel in irgendeiner Form nützlich für euch war.

Ich wünsche allen die mich kennen das Doppelte von dem was sie mir gönnen

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Kommentare

Verfasst von MEISSOUN am 19. März 2008 - 12:05.

Mein Balkon und ich.... :-)
Wenn ich für etwas sinnlos Geld ausgeben kann, dann für Balkonpflanzen.
Dieses Jahr überwintere ich zum ersten Mal meinen Hibiskus, mal schaun, wie der kommt...
Auch Tagetes und Lilien sind bei mir dabei. Eigentlich alles, was orange blüht.
Habe mir auch noch auf Teneriffa Bougainvillea- und Strelizien-Setzlinge gekauft.
Zum Glück ist mein Balkon so klein, sonst würd's echt teuer!

Verfasst von Natalie am 9. Juni 2008 - 18:46.

HI,

ich bin ja nun in unserer neuen Wohnung mit Gartenanteil tatsächlich unter die Gartenfreunde gekommen... hätte nie gedacht dass es einen so packen kann.

Sahida, ich hab mir hier natürlich eine ganze Menge Anregungen geholt, an dieser Stelle ganz lieben Dank für Deine ausführlichen Erklärungen.

Aber kann mir jemand vielleicht Hilfestellung zur Pflege eines Jasmins geben. Mein Mann hat mir so einen wunderschön duftenden, voll mit weißen Blüten geschenkt. Ich hab dann auch gleich nach der Pflegeanleitung gegooglet und ihn in der Sonne auf dem Balkon gehabt. Na, es keine Woche gedauert, er hat alle Blüten abgeworfen! Jeder Versuch neue Blüten zu entwickeln endet in Vertrocknung bevor sie sich überhaupt geöffnet haben. ?????

Nun habe ich ihn ins Wohnzimmer geholt wo er nur noch Nachmittagssonne bekommt, aber, das gleiche, kleine Versuche einer Blüte enden in Vertrocknung. Was mach ich nur falsch??

Weiß jemand Rat?

Lieben Dank

Natalie

Verfasst von Sahida am 10. Juni 2008 - 15:08.

Hallo Nathalie,

so ein Garten kann einen schon richtig packen. Hätte ich damals auch nie gedacht :-).
Dein Jasmin braucht viel, viel Wasser, aber bitte keine Staunässe, und auch keine Zugluft. Anstatt ihn zu gießen, kannst du ihn auch tauchen, und zwar jeweils so lange, bis keine Luftbläschen mehr aus dem Topf hochsteigen. Versuch außerdem, die Luftfeuchtigkeit ein wenig zu erhöhen, indem du regelmäßig (am besten früh morgens) die Blätter mit Wasser besprühst. Einmal die Woche solltest du ihm einen handelsüblichen Flüssigdünger gemäß Dosieranleitung auf der Flasche zukommen lassen.
Meiner hängt übrigens im Halbschatten, und bekommt nur morgens Sonne. Dort wächst er zwar nicht so irrsinnig rasant, ist dafür aber voller Blüten.
Vielleicht hat deiner auch bloss ein kleines Umstellungsproblem. Kam er aus einer Gärtnerei, aus dem Baumarkt, einem Supermarkt? Speziell dann, wenn die Pflanzen aus dem Gewächshaus kommen, brauchen sie ein paar Tage, um sich an einen neuen Standort zu gewöhnen. Volle Sonne wäre in einem solchen Fall völlig verkehrt gewesen, und eine einwöchige Schatten"quarantäne" die bessere Wahl, ehe es an den endgültigen Platz gegangen wäre.
Ich wünsch dir viel Glück, dass er sich wieder erholt. Grad auch, weils ja ein Geschenk von deinem Liebsten ist.

Liebe Grüsse,

Sahida

Ich wünsche allen die mich kennen das Doppelte von dem was sie mir gönnen

Verfasst von Iskanda am 29. Juni 2008 - 15:16.

Sei gegrüßt Grünedaumenmitglieder !

Bei meiner marokkanischen Tellertanzdekoration werde ich gerne auf meine ungewöhnlichen Blumenschmuck angesprochen, aber: Eine ganz typisch orientalische Pflanze ist der von uns in der Weihnachtsszeit so geliebte rote Weihnachtsstern!
In Marokko zB. stehen die in riesen Büschen am Strassenrand - umwerfend flammendrot! Wie sie unseren hiesigen Sommer vertragen weiss ich allerdings nicht. Bei mir über"sommmert" noch einer auf der sonnigsten Fensterbank, aber so richtig üppig ist der zur Zeit auch nicht.

Viele Grüße
Iskanda